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Google und SEO

Website-Relaunch: Die Checkliste ohne Ranking­verlust

Ein Relaunch soll mehr Anfragen bringen. Schlecht vorbereitet, verschwinden aber erst einmal die Besucher von Google. Mit dieser Checkliste behalten Sie, was heute funktioniert, und verbessern den Rest.

  • 7 Min. Lesezeit
  • Steilkurs-Redaktion
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wann ein Relaunch sinnvoll ist
  2. Phase 1: Bestandsaufnahme
  3. Phase 2: Planung
  4. Phase 3: Testen vor dem Start
  5. Phase 4: Der Starttag
  6. Phase 5: Die Wochen danach
  7. Sonderfall: neuer Name, neue Domain
  8. Die komplette Checkliste
  9. Relaunch mit uns

Wann ein Relaunch sinnvoll ist

Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Meist ändern sich gleichzeitig Technik, Struktur, Texte und oft auch die Adressen der einzelnen Seiten. Genau darin liegt das Risiko: Google hat Ihre alten Seiten über Jahre kennengelernt. Verschwinden sie plötzlich, beginnt Google in Teilen von vorn.

Gute Gründe für einen Relaunch:

  • Die Website ist auf dem Handy schwer zu bedienen.
  • Sie lädt langsam, und das System lässt sich kaum noch aktualisieren.
  • Niemand im Betrieb kann oder will Änderungen vornehmen.
  • Das Angebot hat sich verändert, die Website erzählt noch die alte Geschichte.
  • Die Website bringt kaum Anfragen, obwohl Besucher kommen.

Je mehr Sie auf einmal ändern, desto sorgfältiger muss die Planung sein. Ein Wechsel der Domain, des Systems und aller Adressen gleichzeitig ist möglich, aber anspruchsvoll. Ein reines Facelift, bei dem nur das Design neu wird und alle Adressen bleiben, ist für Google deutlich unkritischer.

Phase 1: Bestandsaufnahme

Bevor etwas Neues entsteht, halten Sie fest, was heute funktioniert. Das ist die wichtigste und zugleich die am häufigsten übersprungene Phase.

Alle Adressen erfassen

Erstellen Sie eine Liste aller Adressen (URLs) Ihrer jetzigen Website. Quellen dafür:

  • die XML-Sitemap Ihrer Website, oft erreichbar unter /sitemap.xml
  • die Google Search Console unter „Leistung“ und „Seiten“
  • ein Crawler wie der Screaming Frog SEO Spider, dessen kostenlose Version bis zu 500 Adressen erfasst
  • Ihr Analyse-Werkzeug, falls Sie eines nutzen
  • Seiten, auf die andere Websites verlinken, zu finden in der Search Console unter „Links“

Vergessen Sie dabei weder PDFs noch Bilder oder alte Aktionsseiten, auf die vielleicht noch Links zeigen.

Wichtige Seiten markieren

Markieren Sie in der Liste die Seiten, die Besucher, gute Positionen, Links von außen oder Anfragen bringen. Bei einem Handwerksbetrieb ist das oft eine Handvoll Leistungsseiten, bei einem Restaurant die Speisekarte, bei einer Kanzlei vielleicht ein älterer Fachbeitrag, der seit Jahren gut gefunden wird. Diese Seiten verdienen besondere Sorgfalt.

Ausgangswerte festhalten

Exportieren Sie aus der Search Console Klicks, Impressionen und durchschnittliche Positionen der letzten zwölf Monate. Notieren Sie, wie viele Anfragen pro Monat über die Website kommen, und messen Sie die Ladezeit. Ohne diese Werte können Sie nach dem Relaunch nicht beurteilen, ob es besser oder schlechter geworden ist.

Inhalte bewerten

Gehen Sie jede Seite durch und entscheiden Sie: behalten, verbessern, zusammenführen oder entfernen. Seiten, die gut gefunden werden, sollten in ihrem Kern erhalten bleiben. Verbessern dürfen Sie sie natürlich trotzdem.

Phase 2: Planung

Struktur und Adressen

Behalten Sie bestehende Adressen, wo es sinnvoll ist. Müssen sich Adressen ändern, wählen Sie kurze, sprechende Adressen wie /dachsanierung/ statt /index.php?id=37. Planen Sie für jede wichtige Leistung eine eigene Seite.

Der Weiterleitungsplan

Das ist das Herzstück jedes Relaunchs. Jede alte Adresse, die Besucher oder Links hat, bekommt eine dauerhafte Weiterleitung mit dem Statuscode 301 auf die inhaltlich passendste neue Seite. Ein Ausschnitt aus einem solchen Plan:

Alte AdresseNeue AdresseHinweis
/leistungen/dacharbeiten.html/dachsanierung/eigene Seite statt Sammelseite
/index.php?id=12/kontakt/sprechende Adresse
/team.html/ueber-uns/Inhalt übernommen und ergänzt
/flyer-2019.pdf/leistungen/alte Datei mit Links von außen

Die Regeln dafür:

  • Eins zu eins: Jede alte Seite leitet auf die Seite weiter, die ihr inhaltlich am nächsten kommt.
  • Nicht alles auf die Startseite: Leiten viele alte Adressen pauschal auf die Startseite, behandelt Google das häufig wie eine fehlende Seite. Gibt es keinen passenden Ersatz, ist eine ehrliche Fehlerseite oft die bessere Lösung.
  • Keine Ketten: Weiterleitungen sollen direkt zum Ziel führen, nicht über mehrere Stationen.
  • Varianten mitdenken: Mit und ohne www, http und https sowie mit und ohne Schrägstrich am Ende sollten auf genau eine Variante führen.

Inhalte übernehmen und verbessern

Kürzen Sie die Texte gut gefundener Seiten nicht radikal zusammen. Erhalten Sie die Kernaussagen und die wichtigsten Suchbegriffe in Überschriften und Seitentiteln. Ergänzen dürfen Sie jederzeit: häufige Fragen, einen beschriebenen Ablauf, echte Fotos, einen klaren nächsten Schritt.

Messung und Formulare mitplanen

Wer Anfragen über die Website auswerten will, sollte vor dem Start festlegen, wie das auf der neuen Seite geschieht. Am einfachsten ist es, die Anfragen selbst zu zählen: Wie viele Formulare, Anrufe und E-Mails kommen pro Monat? Nutzen Sie ein Analyse-Werkzeug, muss es auf der neuen Website wieder eingerichtet werden, mit sauberer Einwilligung, wenn es Cookies setzt oder Daten an Dritte überträgt.

Technische Grundlagen

  • ein eindeutiger Seitentitel und eine Beschreibung für jede Seite
  • eine klare Hauptüberschrift pro Seite
  • XML-Sitemap und robots.txt
  • strukturierte Daten für Ihre Firmenangaben
  • eine verständliche Fehlerseite
  • HTTPS für alle Seiten
  • kurze Ladezeiten, vor allem auf dem Handy

Phase 3: Testen vor dem Start

Bauen Sie die neue Website auf einer Testumgebung, die für Google gesperrt ist, am besten mit einem Passwortschutz. Prüfen Sie dort:

  • Funktionieren alle Formulare, und kommen die E-Mails wirklich an?
  • Sind Telefonnummern und E-Mail-Adressen antippbar?
  • Sieht jede Seite auf Handy, Tablet und Computer gut aus?
  • Sind Impressum und Datenschutzerklärung vollständig und aktuell?
  • Zeigen alle internen Links auf die richtigen Seiten, und keiner auf die Testumgebung?
  • Haben Bilder sinnvolle Alternativtexte?
  • Funktionieren alle Weiterleitungen aus Ihrem Plan? Testen Sie die komplette Liste, nicht nur Stichproben.

Ein Klassiker unter den Relaunch-Fehlern: Die Sperre der Testumgebung wird beim Start mit übernommen. Dann steht auf der neuen Website noch „noindex“ im Quelltext oder „Disallow: /“ in der robots.txt, und Google darf die neuen Seiten nicht in die Suche aufnehmen oder nicht einmal abrufen. Prüfen Sie das am Starttag als Erstes.

Phase 4: Der Starttag

  • Wählen Sie einen ruhigen Tag, nicht direkt vor dem Wochenende oder Ihrem Urlaub.
  • Schalten Sie die neue Website frei und prüfen Sie sofort: Ist sie für Google freigegeben, funktioniert die Verschlüsselung, greifen die Weiterleitungen?
  • Reichen Sie die neue XML-Sitemap in der Search Console ein.
  • Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten mit der URL-Prüfung in der Search Console und beantragen Sie die Indexierung.
  • Ändert sich die Domain, nutzen Sie zusätzlich das Tool zur Adressänderung in der Search Console.
  • Aktualisieren Sie den Link in Ihrem Google-Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen, in sozialen Netzwerken und in Ihrer E-Mail-Signatur.
  • Testen Sie ein letztes Mal alle Formulare auf der fertigen Website.

Phase 5: Die Wochen danach

Nach einem Relaunch schwanken die Positionen bei Google oft einige Wochen lang. Das ist normal, solange sich die Werte danach wieder einpendeln. Beobachten Sie in dieser Zeit:

  • den Bericht „Seiten“ in der Search Console: Tauchen Fehler wie „Nicht gefunden (404)“ auf?
  • Klicks und Impressionen im Vergleich zu Ihren Ausgangswerten
  • die Zahl der Anfragen über die Website

Fehlende Weiterleitungen ergänzen Sie sofort. Und lassen Sie die Weiterleitungen dauerhaft bestehen: Google empfiehlt, sie mindestens ein Jahr beizubehalten. Wir lassen sie in der Regel unbegrenzt aktiv, weil sie kaum Aufwand machen und alte Links von außen sonst ins Leere laufen.

Sonderfall: neuer Name, neue Domain

Ändert sich mit dem Relaunch auch der Name und damit die Domain, steigt der Aufwand. Behalten Sie die alte Domain unbedingt registriert, auch über Jahre. Jede alte Adresse leitet dann auf die passende Adresse der neuen Domain weiter, nicht nur die Startseite. In der Search Console melden Sie den Umzug über das Tool zur Adressänderung, nachdem beide Domains dort bestätigt sind. Denken Sie außerdem an alles außerhalb der Website: E-Mail-Adressen, Briefpapier, Fahrzeugbeschriftung, Branchenverzeichnisse und Ihr Google-Unternehmensprofil. So landen auch Kunden bei Ihnen, die noch die alte Adresse im Kopf oder in den Lesezeichen haben.

Die komplette Checkliste

Vor dem Relaunch

  • Alle alten Adressen erfasst, auch PDFs und Bilder mit Links von außen
  • Wichtige Seiten markiert: Besucher, Positionen, Links, Anfragen
  • Ausgangswerte aus der Search Console exportiert
  • Anfragen pro Monat und Ladezeit notiert
  • Inhalte bewertet: behalten, verbessern, zusammenführen, entfernen

Planung

  • Neue Struktur mit einer Seite pro wichtiger Leistung
  • Weiterleitungsplan von alt auf neu, eins zu eins
  • Seitentitel und Beschreibungen für alle Seiten
  • Strukturierte Daten, Sitemap, robots.txt und Fehlerseite

Test

  • Testumgebung mit Passwort geschützt
  • Formulare getestet, E-Mails kommen an
  • Alle Weiterleitungen getestet
  • Darstellung auf Handy, Tablet und Computer geprüft
  • Impressum und Datenschutzerklärung aktuell

Start und danach

  • Sperren der Testumgebung entfernt (noindex, robots.txt)
  • Sitemap eingereicht, wichtige Seiten zur Indexierung beantragt
  • Links in Google-Profil, Verzeichnissen und Signaturen aktualisiert
  • Search Console in den ersten Wochen regelmäßig geprüft
  • Weiterleitungen dauerhaft aktiv

Relaunch mit uns

Bei einem Relaunch mit Steilkurs bauen wir die neue Website zuerst als kostenlose Vorschau. Sie legen alt und neu nebeneinander und entscheiden in Ruhe. Erst wenn Sie überzeugt sind, geht es weiter: Wir übernehmen die Bestandsaufnahme, legen Weiterleitungen von allen alten Adressen an, richten die Search Console ein und behalten sie nach dem Start im Blick. Mehr dazu unter Website-Relaunch.

Wo Ihre jetzige Website steht, zeigt Ihnen der kostenlose Website-Check. Oder fragen Sie direkt Ihre Vorschau an. Wenn die alte Seite vor allem zu langsam ist, lesen Sie vorher unseren Beitrag Website schneller machen.

Steilkurs-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert am . Unsere Beiträge geben allgemeine Hinweise und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung.

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