Steilkurs Kostenlose Vorschau
Technik und Tempo

Website schneller machen: So verbessern Sie die Ladezeit

Jede Sekunde Warten kostet Aufmerksamkeit, gerade auf dem Handy. Die gute Nachricht: Die meisten Bremsen sind bekannt und lassen sich beheben. So finden Sie heraus, wo Ihre Website Zeit verliert.

  • 7 Min. Lesezeit
  • Steilkurs-Redaktion
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum die Ladezeit über Anfragen entscheidet
  2. Richtig messen
  3. Die häufigsten Bremsen und was hilft
  4. Typische Bremsen nach Branche
  5. WordPress und Baukasten: Was dort möglich ist
  6. Was Sie selbst tun können
  7. Wann Flicken nicht mehr reicht
  8. Checkliste für eine schnelle Website
  9. Fazit

Warum die Ladezeit über Anfragen entscheidet

Niemand wartet gern, auf dem Handy und mit schwankendem Netz schon gar nicht. Eine vielzitierte Auswertung von Google aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergebnis, dass 53 Prozent der mobilen Besuche abgebrochen werden, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Die Zahl ist schon älter, die Erwartungen sind seitdem eher gestiegen.

Dazu kommt Google selbst: Ladegeschwindigkeit, Reaktionszeit und Stabilität einer Seite fließen über die sogenannten Core Web Vitals in die Bewertung ein. Sie sind nicht der wichtigste Faktor, Inhalt und Relevanz zählen mehr. Wenn mehrere Seiten ähnlich gut passen, kann eine gute Nutzererfahrung aber den Unterschied machen. Und für Ihre Besucher macht sie ihn ohnehin.

Richtig messen

PageSpeed Insights

Das kostenlose Werkzeug von Google finden Sie unter pagespeed.web.dev. Geben Sie Ihre Adresse ein und schauen Sie zuerst auf die Ansicht für Mobilgeräte. Sie ist strenger und für die meisten Betriebe wichtiger.

Sie sehen dort zwei Arten von Daten:

  • Felddaten: echte Messwerte von Chrome-Nutzern aus den letzten 28 Tagen. Sie erscheinen nur, wenn Ihre Website genug Besucher hat.
  • Labordaten: eine simulierte Messung unter festgelegten Bedingungen. Daraus entsteht die bekannte Punktzahl von 0 bis 100. Werte ab 90 gelten als gut, 50 bis 89 als verbesserungswürdig, alles darunter als schlecht.

Die Punktzahl ist ein guter Anhaltspunkt, aber kein Selbstzweck. Aussagekräftiger sind die einzelnen Kennzahlen.

Die Core Web Vitals verständlich erklärt

KennzahlGutVerbesserungswürdigSchlecht
LCPWann der größte sichtbare Inhalt erscheint, etwa das Titelbildbis 2,5 sbis 4 süber 4 s
INPWie schnell die Seite auf Tippen und Klicken reagiertbis 200 msbis 500 msüber 500 ms
CLSWie stark Inhalte beim Laden verrutschenbis 0,1bis 0,25über 0,25

LCP steht für Largest Contentful Paint, INP für Interaction to Next Paint und CLS für Cumulative Layout Shift. Google bewertet dabei die Erfahrung der allermeisten Besucher: Eine Seite gilt als gut, wenn mindestens 75 Prozent der Aufrufe die Grenzwerte einhalten. INP hat im März 2024 die frühere Kennzahl FID abgelöst.

Search Console und Selbsttest

In der Google Search Console zeigt der Bericht „Core Web Vitals“, welche Gruppen von Seiten Probleme haben. Ergänzend lohnt der einfache Selbsttest: Öffnen Sie Ihre Website auf dem Handy über mobile Daten statt über das WLAN im Büro. So erleben Sie Ihre Seite wie Ihre Kunden unterwegs.

Den Bericht richtig lesen

Unter den Kennzahlen listet PageSpeed Insights konkrete Hinweise auf, etwa zu großen Bildern, zu Dateien, die den Seitenaufbau blockieren, oder zu ungenutztem Code. Bei vielen Hinweisen steht dabei, wie viel Zeit oder Datenmenge sich einsparen ließe. Beginnen Sie mit den Punkten, die am meisten bringen, und messen Sie nach jeder Änderung neu. Einzelne Messungen schwanken, prüfen Sie wichtige Ergebnisse deshalb mehrmals.

Die häufigsten Bremsen und was hilft

1. Zu große Bilder

Der Klassiker. Ein Foto direkt aus der Kamera oder vom Handy ist oft mehrere Megabyte groß und 4.000 Pixel breit. Angezeigt wird es vielleicht in 800 Pixeln Breite.

Was hilft:

  • Bilder auf die tatsächlich benötigte Größe verkleinern
  • moderne Formate wie WebP oder AVIF verwenden
  • mehrere Größen bereitstellen, damit das Handy kleinere Dateien lädt als der große Bildschirm
  • Bilder weiter unten auf der Seite erst laden, wenn sie in Sichtweite kommen, das sogenannte Lazy Loading
  • Breite und Höhe im Code angeben, damit beim Laden nichts verrutscht

Achtung: Das große Bild ganz oben sollte nicht verzögert geladen werden. Es ist oft genau das Element, das den LCP-Wert bestimmt. Hier gilt das Gegenteil: Es soll so früh wie möglich geladen werden.

2. Zu viele Erweiterungen und Ballast

Jedes Plugin, jeder Slider und jede Animationsbibliothek bringt eigenen Code mit, der geladen und ausgeführt werden muss. Bei Websites mit WordPress und Page-Buildern kommen schnell Dutzende Dateien zusammen. Prüfen Sie, welche Erweiterungen Sie wirklich brauchen, und entfernen Sie den Rest.

3. Externe Dienste

Chat-Fenster, eingebettete Beiträge aus sozialen Netzwerken, Karten und Videos, Analyse- und Werbeskripte: Jeder externe Dienst baut eine eigene Verbindung zu einem fremden Server auf. Das kostet Zeit und überträgt oft Daten an Dritte.

Eine gute Lösung ist die Zwei-Klick-Variante. Statt der Karte oder des Videos erscheint zunächst ein Vorschaubild. Erst wenn jemand darauf tippt, wird der Dienst geladen. Das hilft der Ladezeit und dem Datenschutz gleichermaßen.

4. Schriften von fremden Servern

Webfonts von fremden Servern bremsen und übertragen die IP-Adresse Ihrer Besucher an den Anbieter. Besser: Schriften auf dem eigenen Server ablegen, nur die nötigen Schriftschnitte laden, das moderne Format WOFF2 verwenden und mit der Einstellung font-display: swap dafür sorgen, dass Text sofort lesbar ist.

5. Langsames Hosting

Braucht der Server lange, um überhaupt zu antworten, hilft die beste Optimierung der Seite wenig. Achten Sie auf:

  • kurze Antwortzeiten des Servers, in PageSpeed Insights als Serverantwortzeit zu finden
  • einen Serverstandort nahe bei Ihren Besuchern, für Betriebe in Deutschland also in Deutschland
  • Zwischenspeicher, auch Caching genannt, damit Seiten nicht bei jedem Aufruf neu erzeugt werden
  • komprimierte Dateien und aktuelle Protokolle wie HTTP/2 oder HTTP/3

6. Inhalte, die nachrutschen

Springt Text beim Laden nach unten, weil ein Bild, ein Banner oder eine Schrift nachlädt, verschlechtert das den CLS-Wert und führt zu falschen Klicks. Platz für Bilder und Banner sollte von Anfang an reserviert sein. Ein Cookie-Hinweis legt sich besser über die Seite, statt Inhalte zu verschieben.

7. Zu viel JavaScript

Umfangreiche Skripte beschäftigen das Handy, bis sie fertig sind. Die Seite ist dann zwar sichtbar, reagiert aber nicht auf Tippen. Genau das misst INP. Weniger Skripte, später geladene Skripte und der Verzicht auf schwere Bibliotheken helfen.

Typische Bremsen nach Branche

Manche Bremsen tauchen in bestimmten Branchen besonders häufig auf:

  • Gastronomie: die Speisekarte als großes PDF oder als Foto der Kreidetafel, dazu ein eingebetteter Instagram-Feed auf der Startseite
  • Handwerk: ein Bilderslider mit zehn großen Projektfotos ganz oben, die alle sofort geladen werden
  • Praxen: ein externes Fenster zur Terminbuchung, das auf jeder Seite mitlädt, obwohl es nur auf einer gebraucht wird
  • Kanzleien und Beratung: ein umfangreiches Cookie-Werkzeug, Schriften von fremden Servern und eine eingebettete Karte auf der Kontaktseite
  • Handel: viele Produktbilder in voller Auflösung und mehrere Analyse- und Werbeskripte gleichzeitig

WordPress und Baukasten: Was dort möglich ist

WordPress: Mit einem Caching-Plugin, einer automatischen Bildoptimierung und dem Verzicht auf schwere Page-Builder lässt sich oft einiges herausholen. Messen Sie nach jeder Änderung, denn auch Optimierungs-Plugins können sich gegenseitig stören.

Baukasten: Hier haben Sie weniger Einfluss auf die Technik. Was Sie tun können: eine schlanke Vorlage wählen, auf Hintergrundvideos und Slider verzichten, Bilder vor dem Hochladen verkleinern und nur die Elemente einbauen, die Sie wirklich brauchen.

Was Sie selbst tun können

Manches erledigen Sie ohne Fachwissen:

  • Bilder vor dem Hochladen verkleinern, zum Beispiel mit dem kostenlosen Werkzeug Squoosh im Browser
  • ungenutzte Plugins deaktivieren und löschen
  • überflüssige Einbindungen wie alte Chat-Fenster oder Social-Media-Feeds entfernen
  • prüfen, ob Ihr Hosting-Tarif noch zeitgemäß ist

Anderes gehört in fachkundige Hände: Änderungen am Code, an der Serverkonfiguration oder am grundlegenden Aufbau der Seite.

Wann Flicken nicht mehr reicht

Manche Websites sind so aufgebaut, dass jede Optimierung nur Symptome lindert: ein schweres Theme, Dutzende Plugins, ein Page-Builder, der jede Seite mit Code überhäuft. Dann ist ein schlanker Neuaufbau oft schneller umgesetzt und am Ende günstiger als das ständige Flicken. Was dabei zu beachten ist, damit Ihre Google-Positionen erhalten bleiben, steht in unserer Relaunch-Checkliste.

So bauen wir unsere Websites: ohne Baukasten und ohne Plugin-Ballast, mit Schriften vom eigenen Server, optimierten Bildern in modernen Formaten und Hosting in Deutschland. Um Technik und Updates kümmern wir uns danach im Rahmen der Website-Betreuung.

Checkliste für eine schnelle Website

  • Mit PageSpeed Insights in der Ansicht für Mobilgeräte gemessen
  • LCP höchstens 2,5 Sekunden
  • INP höchstens 200 Millisekunden
  • CLS höchstens 0,1
  • Bilder verkleinert und in WebP oder AVIF
  • Das große Bild oben lädt sofort, alle anderen Bilder verzögert
  • Ungenutzte Plugins entfernt
  • Externe Dienste laden erst nach einem Klick
  • Schriften liegen auf dem eigenen Server
  • Server in Deutschland, mit Caching und Komprimierung
  • Beim Laden verrutscht nichts

Fazit

Eine schnelle Website ist keine Spielerei für Technikfans. Sie entscheidet mit darüber, ob Besucher bleiben und anfragen. Mit unserem kostenlosen Website-Check sehen Sie in einer Minute, wo Ihre Website steht. Wenn Sie lieber gleich sehen möchten, wie schnell Ihre neue Website sein kann, fragen Sie Ihre kostenlose Vorschau an. Weitere Gründe, warum eine Website keine Anfragen bringt, finden Sie im Beitrag Warum bringt meine Website keine Anfragen?

Steilkurs-Redaktion

Wir bauen Websites für Betriebe aller Branchen, mit kostenloser Vorschau vorab. Hier schreiben wir auf, was wir dabei über Anfragen, Google und Technik lernen. Ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.

Zuletzt aktualisiert am . Unsere Beiträge geben allgemeine Hinweise und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung.

Kostenlose Vorschau

Lieber zeigen lassen als selbst umsetzen?

Wir bauen Ihre neue Website vorab und kostenlos. Sie sehen das Ergebnis mit Ihren Inhalten und zahlen erst, wenn sie online ist.