Inhalt12 Abschnitte
- Erst prüfen: Fehlen Besucher oder fehlen Anfragen?
- 1. Die Startseite sagt nicht, was Sie machen
- 2. Der nächste Schritt ist versteckt
- 3. Auf dem Handy funktioniert sie nur halb
- 4. Sie lädt zu langsam
- 5. Alle Leistungen stehen auf einer einzigen Seite
- 6. Google-Profil und Website passen nicht zusammen
- 7. Stockfotos und Floskeln statt echter Einblicke
- 8. Bewertungen und Nachweise fehlen
- 9. Veraltete Inhalte und kleine Fehler
- So gehen Sie jetzt vor
- Wann sich ein Neustart mehr lohnt als Flicken
Erst prüfen: Fehlen Besucher oder fehlen Anfragen?
Bevor Sie an Farben, Texten oder Bildern drehen, lohnt eine nüchterne Frage: Kommen zu wenige Menschen auf Ihre Website, oder kommen genug, rufen aber nicht an? Das sind zwei verschiedene Probleme mit verschiedenen Lösungen.
- Zu wenige Besucher sind ein Sichtbarkeitsproblem. Ihre Website taucht bei Google nicht oder zu weit hinten auf.
- Besucher ohne Anfragen sind ein Überzeugungsproblem. Die Menschen sind da, finden aber nicht schnell genug, was sie suchen, oder vertrauen Ihnen noch nicht genug.
Drei schnelle Wege, das herauszufinden:
- Google Search Console: Der kostenlose Dienst von Google zeigt, bei welchen Suchbegriffen Ihre Website angezeigt wird und wie oft jemand klickt. Viele Einblendungen und wenige Klicks deuten auf schwache Seitentitel hin. Wenig von beidem auf fehlende Sichtbarkeit.
- Statistik im Google-Unternehmensprofil: Hier sehen Sie, wie viele Menschen über Google Maps angerufen, eine Route geplant oder Ihre Website geöffnet haben.
- Der Handytest: Suchen Sie auf Ihrem Smartphone in einem privaten Fenster nach Ihrer wichtigsten Leistung und Ihrem Ort, etwa „Elektriker Unna“ oder „Physiotherapie Hamm“. Erscheinen Sie auf der ersten Seite oder in der Karte?
Die neun Gründe in diesem Beitrag sind nach diesen beiden Problemen sortiert. Die ersten vier betreffen Besucher, die schon da sind. Danach geht es um Sichtbarkeit und um Vertrauen.
1. Die Startseite sagt nicht, was Sie machen
„Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ oder „Qualität aus Leidenschaft“ steht auf erstaunlich vielen Startseiten ganz oben. Beides sagt nichts darüber aus, was Sie anbieten, wo Sie arbeiten und warum man gerade Sie anrufen sollte.
Besucher entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie hier richtig sind. Die erste Bildschirmhöhe muss deshalb drei Fragen beantworten:
- Was bieten Sie an?
- Wo sind Sie tätig?
- Was soll ich jetzt tun?
Ein Beispiel aus dem Handwerk: Statt „Ihr kompetenter Partner rund ums Dach“ schreiben Sie „Dachdeckerei in Hamm: Reparatur, Sanierung und Flachdach“. Darunter ein Satz mit Ihrem wichtigsten Vorteil und ein deutlicher Knopf zum Anrufen. Bei einer Kanzlei könnte es heißen „Steuerberatung für Selbstständige und Praxen in Dortmund“, bei einem Café „Frühstück, Mittagstisch und hausgemachter Kuchen in der Altstadt“.
So testen Sie es: Zeigen Sie Ihre Startseite fünf Sekunden lang einer Person, die Ihren Betrieb nicht kennt. Kann sie danach sagen, was Sie machen und wie man Sie erreicht? Wenn nicht, liegt hier Ihr erster Hebel.
2. Der nächste Schritt ist versteckt
Viele Websites erklären ausführlich, sagen aber nicht, was der Besucher jetzt tun soll. Die Telefonnummer steht nur im Impressum, das Kontaktformular hat zwölf Pflichtfelder, und der Weg zur Anfrage führt über drei Menüpunkte.
Legen Sie für jede Seite ein klares Ziel fest. Welches das ist, hängt von Ihrer Branche ab:
- Handwerk: Anruf oder Anfrage, am besten mit der Möglichkeit, gleich Fotos vom Schaden mitzuschicken.
- Praxis und Therapie: Terminanfrage oder Online-Termin, dazu ein Hinweis, ob neue Patienten aufgenommen werden.
- Gastronomie: Tisch reservieren, Speisekarte ansehen, Öffnungszeiten finden.
- Kanzlei und Beratung: Erstgespräch vereinbaren, Unterlagen auf sicherem Weg übermitteln.
- Handel: Öffnungszeiten, Anfahrt und die Frage, ob ein bestimmtes Produkt vorrätig ist.
Auf dem Handy gehört der wichtigste Schritt in Reichweite des Daumens. Die Telefonnummer muss antippbar sein und darf nicht als Bild eingebunden werden. Ein Anfrageformular braucht selten mehr als Name, Kontaktweg und Anliegen. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine weitere Gelegenheit, abzubrechen.
3. Auf dem Handy funktioniert sie nur halb
Bei vielen lokalen Betrieben kommt ein großer Teil der Besucher über das Smartphone. Schauen Sie in Ihre eigene Statistik, die Zahl überrascht oft. Google bewertet Websites ohnehin zuerst in der Handyansicht, das nennt sich Mobile-First-Indexierung.
Typische Stolpersteine auf dem Handy:
- Text so klein, dass man ihn vergrößern muss
- Knöpfe und Links so dicht beieinander, dass man daneben tippt
- ein Cookie-Hinweis oder ein Popup, das den halben Bildschirm verdeckt
- Bilderslider, die automatisch wechseln und Inhalte verschieben
- Speisekarten, Preislisten oder Formulare als PDF zum Herunterladen
So testen Sie es: Nehmen Sie Ihr eigenes Handy, schalten Sie das WLAN aus und versuchen Sie, über Ihre Website eine Anfrage zu stellen. Mit einer Hand, im Stehen. Alles, was Sie dabei nervt, nervt Ihre Kunden auch.
4. Sie lädt zu langsam
Wer auf eine weiße Seite wartet, geht zurück zu Google und klickt auf den nächsten Treffer, also bei Ihrem Mitbewerber. Google wertet es als gut, wenn der größte sichtbare Inhalt einer Seite innerhalb von 2,5 Sekunden erscheint. Diesen Wert misst die Kennzahl Largest Contentful Paint, eine der sogenannten Core Web Vitals.
Die häufigsten Ursachen sind riesige Fotos direkt aus der Kamera, Themes mit viel Ballast, zu viele Erweiterungen und langsames Hosting. Wie Sie die Ladezeit messen und die Bremsen lösen, erklären wir ausführlich im Beitrag Website schneller machen. Einen schnellen Überblick gibt unser kostenloser Website-Check.
5. Alle Leistungen stehen auf einer einzigen Seite
Google zeigt in den Suchergebnissen einzelne Seiten, nicht ganze Websites. Wenn Ihre Leistungen nur als Liste auf einer Seite „Leistungen“ stehen, hat Google für die Suche „Wallbox installieren lassen“ kaum etwas, das genau passt. Ein Mitbewerber mit einer eigenen, gut erklärten Seite zur Wallbox hat dann die besseren Karten.
Gehen Sie Ihr Angebot durch und fragen Sie sich: Welche fünf bis zehn Leistungen bringen mir die besten Aufträge? Jede davon verdient eine eigene Seite mit
- einer Überschrift, die den Suchbegriff enthält, etwa „Lymphdrainage in Münster“,
- einer verständlichen Erklärung: Für wen ist das, wie läuft es ab, was müssen Kunden vorbereiten?
- Antworten auf die Fragen, die Sie am Telefon ohnehin jeden Tag beantworten,
- und einem klaren nächsten Schritt.
Für einen Elektriker wären das zum Beispiel Elektroinstallation im Altbau, Wallbox, Photovoltaik und Smart Home. Für eine Physiotherapiepraxis Manuelle Therapie, Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät und Hausbesuche. Wie wir das angehen, lesen Sie auf unserer Seite zur Suchmaschinenoptimierung.
6. Google-Profil und Website passen nicht zusammen
Bei Suchen mit Ortsbezug zeigt Google meist zuerst eine Karte mit einigen Betrieben. Diese Plätze vergibt Google vor allem auf Grundlage des Google-Unternehmensprofils. Wenn dort eine unpassende Kategorie hinterlegt ist, die Öffnungszeiten nicht stimmen oder auf der Website eine andere Telefonnummer steht als im Profil, kostet das Vertrauen, bei Kunden und bei Google.
Prüfen Sie, ob Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind: auf der Website, im Google-Profil und in Branchenverzeichnissen. Wie Sie das Profil Schritt für Schritt verbessern, steht in unserer Anleitung Google-Unternehmensprofil optimieren.
7. Stockfotos und Floskeln statt echter Einblicke
Händeschüttelnde Menschen im Anzug, lächelnde Models mit Headset, Sätze wie „Kundenzufriedenheit steht bei uns an erster Stelle“: So oder ähnlich sieht es auf unzähligen Websites aus. Das ist nicht falsch, aber es unterscheidet Sie von niemandem.
Was stattdessen wirkt:
- Echte Fotos von Ihrem Team, Ihrer Werkstatt, Ihren Behandlungsräumen, Ihrem Gastraum oder Ihrem Laden. Auch gute Handyfotos wirken oft stärker als das hundertste Archivbild.
- Konkrete Aussagen wie „Notdienst auch am Wochenende“, „Neue Patienten erhalten in der Regel innerhalb einer Woche einen Termin“ oder „Mittagstisch ab 11:30 Uhr“. Konkretes wirkt glaubwürdig, vorausgesetzt, es stimmt.
- Ergebnisse wie vorher und nachher bei einer Badsanierung, ein fertiges Dach oder ein neu gestalteter Verkaufsraum.
8. Bewertungen und Nachweise fehlen
Bevor Menschen anrufen, suchen sie Bestätigung. Bewertungen bei Google gehören dazu, ebenso Nachweise wie Meisterbrief, Innungsmitgliedschaft, Zertifizierungen oder Fortbildungen.
Bitten Sie Ihre Kunden aktiv um eine Bewertung, am besten direkt nach Abschluss eines Auftrags. Ein kurzer Link oder ein QR-Code auf der Rechnung macht es leicht. Wichtig: Bewertungen dürfen nicht gekauft, erfunden oder mit Rabatten belohnt werden. Das verstößt gegen die Richtlinien von Google und kann auch rechtlich Ärger bringen. Echte Bewertungen, auch eine gelegentliche kritische mit einer sachlichen Antwort, wirken ohnehin glaubwürdiger als eine Wand aus perfekten Fünf-Sterne-Texten.
9. Veraltete Inhalte und kleine Fehler
Ein Hinweis auf geänderte Öffnungszeiten aus dem Jahr 2020, ein Bereich „Aktuelles“ mit dem letzten Eintrag von vor drei Jahren, ein Link, der ins Leere führt: Für Besucher wirkt das, als sei der Betrieb nicht mehr ganz bei der Sache. Manche fragen sich sogar, ob es Sie noch gibt.
Planen Sie einmal im Quartal eine halbe Stunde ein und gehen Sie Ihre Website durch: Öffnungszeiten, Team, Leistungen, Stellenangebote, Impressum. Oder geben Sie die Pflege ab, dann reicht eine kurze Nachricht für jede Änderung. Wie das bei uns läuft, steht unter Website-Betreuung.
So gehen Sie jetzt vor
Nicht alles muss gleichzeitig passieren. Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil die ersten Schritte am schnellsten wirken:
- Messen: Search Console und Profil-Statistik ansehen, damit Sie wissen, ob es an Besuchern oder an Anfragen fehlt.
- Startseite und Handy: klare Aussage, sichtbarer nächster Schritt, kurze Ladezeit (Gründe 1 bis 4).
- Gefunden werden: eigene Seiten für die wichtigsten Leistungen, Google-Profil auf Stand bringen (Gründe 5 und 6).
- Vertrauen: echte Fotos, konkrete Aussagen, Bewertungen (Gründe 7 und 8).
- Dranbleiben: Inhalte regelmäßig prüfen (Grund 9).
Checkliste zum Abhaken
- Die erste Bildschirmhöhe sagt, was wir machen, wo wir arbeiten und wie man uns erreicht.
- Jede Seite hat einen klaren nächsten Schritt.
- Die Telefonnummer ist auf dem Handy antippbar.
- Das Anfrageformular fragt nur ab, was wirklich nötig ist.
- Die Website ist auf dem Handy ohne Zoomen lesbar.
- Der größte Inhalt erscheint innerhalb von 2,5 Sekunden.
- Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite.
- Name, Adresse und Telefonnummer sind überall identisch.
- Es gibt echte Fotos aus dem Betrieb.
- Bewertungen und Nachweise sind sichtbar.
- Alle Angaben sind aktuell.
Wann sich ein Neustart mehr lohnt als Flicken
Wenn Sie in der Checkliste viele Kästchen offen lassen und Ihre Website zudem auf einem alten System läuft, ist ein Neuaufbau oft günstiger als viele einzelne Reparaturen. Vor allem dann, wenn niemand mehr genau weiß, wer die Zugänge hat und wie die Seite technisch aufgebaut ist.
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